Bürokultur heute, Silke Heep-Rheinganz, Bacharach-Neurath
Bürokultur heute, Silke Heep-Rheinganz, Bacharach

Mach mal Pause - und das richtig!

Auszeit für mehr Energie und Konzentration


Googeln Sie doch einmal das Wort „Pause". Angezeigt werden z. B. „Unterbrechung, um auszuruhen" oder „Die Pause dient dem Schutz vor Überanstrengung und gibt Gelegenheit zum Essen". Ist doch klar, oder? Das weiß man auch ohne zu googeln.

Pausen sind also dafür gedacht, die Arbeit ruhen zu lassen, sich zu entspannen und neue Kraft zu sammeln ... theoretisch. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Hier ein Paradebeispiel aus dem Leben:


Kürzlich unterhielt ich mich mit einer Freundin, die nun endlich einmal in der Woche den lang ersehnten Homeoffice-Tag einlegen kann. „Aber", meinte sie irgendwie verblüfft „am Ende des Tages fühle ich mich ziemlich geschlaucht." „Na klar mache ich Pausen", erklärt sie mir begleitet von kräftigem Kopfnicken, "genau wie in der Firma auch: eine kürzere Kaffeepause, die ist ideal, um die Wäsche aufzuhängen. In der Mittagspause koche ich schnell was, damit Nick nach der Schule was Warmes in den Bauch bekommt. Kommt er dann am Mittag nach Hause, setze ich mich sogar noch mal kurz mit ihm hin und er erzählt mir, was in der Schule so gelaufen ist." Soviel zu „Unterbrechung, um auszuruhen" ...

 

Auch in Büros sieht es nicht besser aus: Werden überhaupt Kurzpausen eingelegt, werden die oft zum Abrufen von privaten E-Mails, für einen Besuch bei Facebook oder zum Telefonieren genutzt. Verbringt man die Mittagspause mit Kollegen, werden natürlich auch Arbeitsthemen erörtert. Ach ja, und die Einkaufsliste für den Abend kann man auch noch rasch schreiben.


Und sind Sie selbstständig, haben Sie sich möglicherweise auch schon einmal bei dem Gedanken ertappt, sich eigentlich gar keine Pausen erlauben oder leisten zu können.

Was passiert mit uns, wenn wir zu lange und ohne ausreichende Pausen arbeiten?
Genau, wir reagieren schneller genervt, sind gestresst und müde, wir sind unkonzentriert und uns passieren Fehler.


Und wie profitieren wir
von richtig eingesetzten Pausen?
Erholt zu arbeiten steigert nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch die Kreativität. Pausen zur richtigen Zeit steigern unsere Leistung, sie lassen uns besser arbeiten. Informationen werden nachweislich besser verarbeitet und behalten.

Tipp  Das Pausen-ABC

  • Machen Sie Pause, bevor die Konzentration nachlässt

Sind wir hochmotiviert bei der Arbeit, fehlt uns oft das Bedürfnis nach einer Pause. Und doch sind wir körperlich bereits ermüdet. Tatsächlich schwankt unsere Leistungsfähigkeit in einem ca. 90minütigen Rhythmus. D. h. der Körper schaltet nach 70 – 80 Minuten konzentrierter Arbeit für ca. 20 Minuten auf Erholung – wir sind weniger konzentriert, unsere Aufmerksamkeit lässt nach. Genau jetzt ist Zeit für eine Erholungsphase!
Zahlreiche Studien belegen: regelmäßige Auszeit-Intervalle (z. B. alle 60 Minuten für 5 Minuten oder alle 90 Minuten für 10 Minuten) sind ideal. Sie beugen der Müdigkeit vor und steigern nachweislich die Leistungsfähigkeit.

  • Weg vom Arbeitsplatz

Verlassen Sie den Schreibtisch, am besten sogar Ihr Büro. Der Kopf wird frei und durch zusätzliche Bewegung wird der Kreislauf auf Trab gebracht.

  • Das Thema „Arbeit" bewusst ausklammern

Verbringen Sie z. B. Ihre Mittagspause mit Kollegen, versuchen Sie, nicht über die Arbeit zu reden. Unterhalten Sie sich über den letzten Urlaub, das kommende Wochenende oder ein gemeinsames Hobby.


  • Entspannung ist angesagt
Stoppen Sie die Gedanken an noch vor Ihnen liegende Aufgaben. Darauf können Sie sich konzentrieren, wenn Sie wieder am Schreibtisch sitzen. Jetzt ist Pause! Denken Sie bewusst positiv, am besten an etwas, das Ihnen schon in Gedanken Freude bereitet. Motivierend wirkt auch, an Dinge zu denken, die Sie heute bereits erledigt haben.
Entspannen im Grünenl

 

  • Essen Sie – aber richtig!

Haben Sie auch schon einmal an sich beobachtet, dass Sie gereizt reagieren, wenn Sie Hunger haben? Dann sind Sie nicht allein. Außerdem hat ein knurrender Magen Unkonzentriertheit zur Folge, von Heißhungerattacken ganz zu schweigen. Essen Sie rechtzeitig, in Ruhe und gesund.

  • Ein Nickerchen gefällig?

Lange Zeit verpönt, zwischenzeitlich aber salonfähig: der Mittagsschlaf. Ein kurzes, etwa zwanzigminütiges Nickerchen – auf neudeutsch „Power-Napping" – hilft, anschließend wieder konzentriert arbeiten zu können. Wichtig hierbei: nicht länger als 20 Minuten schlafen, sonst geraten Sie in eine Tiefschlafphase. Am besten einen Wecker stellen.

  • Keine Ausreden mehr

Gehören Sie zu jenen, die vergessen, Pause zu machen? Dann blocken Sie sich regelmäßig Ihre Auszeiten im Kalender oder laden sich entsprechende Apps, die Sie an die Pausen erinnern. Auch ein Pausenprotokoll kann helfen, dranzubleiben und die Pause zur Gewohnheit zu machen.


Und, wie verbringen Sie Ihre nächste Pause?